Genetische Erkenntnis – 2. Teil

J. Widmann hat in seiner Analyse der 16 möglichen Begriffsformen des Wissens in der WL 1804/2  den Begriff der „Genesis“ durchdacht.1

In der 21. und 22. Stunde der WL 1804/2 von Fichte kommt der Begriff der „Genesis“ genau an den Stellen eines zuerst angenommenen „problematischen“ Solls vor, schließlich aber in einem vom transzendentalen Wissen bewährten Soll, sodass gesagt werden kann: „Ein Soll ist in seinem innersten Wesen selber Genesis, und fordert eine Genesis“.Weiterlesen

Was ist genetische Erkenntnis – 1. Teil

Genetische Erkenntnis 1. Teil

Es ist mir immer schon eine Frage gewesen, wie lässt sich eine philosophische Wahrheit, die auf allgemeine Vernunftwahrheit abzielt, mit einer durch die Tradition überlieferten, oft sehr spezifischen Offenbarungswahrheit des Glaubens in Einklang bringen? Man könnte sogleich verwundert sein und sich fragen, was ist damit überhaupt gemeint?Weiterlesen

Der kategorische Imperativ bei Kant und Fichte

… handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde“

Fichte erwähnt in seinen Vorträgen gelegentlich den „kategorischen Imperativ“ Kants. Ich ging der Frage nach: Was bedeutet er bei Kant – und wie versteht ihn Fichte?Weiterlesen

Fichte, Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters, 1806, – 9. Vorlesung, SW VII, S 128ff

Fichte schließt knapp an die vorige Vorlesung an: An das Unbegriffene einerseits, und das Spekulative, Schwärmerische andererseits.

Es kommt jetzt eine sehr wesentliche Vorlesung zum Geschichtsverständnis und zur Geschichtlichkeit unserers Denkens. Diese Vorlesung ist in gewissem Sinne der Angelpunkt der Vorlesungen vorher und nachher.Weiterlesen

Fichte, Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters, 1806, – 8. Vorlesung

SW VII, S 111ff
Zuerst wieder kurzer Rückblick auf den vorigen Vortrag.
Die Oberflächlichkeit sinnlicher Erfahrung und Begreiflichkeit (des dritten Zeitalters) führt von selbst zum Widerspruch und wirft tiefere Fragen auf: Nun haben wir schon viel früher in der Hauptübersicht dessen, was wir hier abzuhandeln hätten, erinnert, dass ein solches Zeitalter des blossen nackten Erfahrungsbegriffs und des leeren formalen Wissens schon durch sein Wesen zum Widerstreite gegen sich reize, und in sich selber den Grund einer Reaction seiner selbst gegen sich selbst trage.“(ebd.Weiterlesen