J. G. Fichte, Wissenschaftslehre 1811 – 6. Teil, 31. – 36. Vorlesung (Stichworte)

31. Vorlesung

S 184: Der absolute Reflex der Erscheinung – den sehen wird. Das Sehen muss über den Reflex hinausgehen können, bleibend ein Sehen.

Außer dieser faktischen Reflexion liegt darin die Erscheinung Gottes, erscheinend in einem Repräsentanten, einem Ich.

Wie ist eine weitere Bestimmung des Sehens möglich? Ein Mannigfaltigkeit?

Jenes Eine Sehen ist Reflex – dieses ist Reflexibilität.

S 185 Reines Sehen oder bloßer Reflex; Sehen ist Brechen des unendlichen Vermögens. Das Vermögen ist durch sich selbst unendlich.

Die Erscheinung soll schlechthin erscheinen; dies ist nur möglich unter Bedingungen der Begrenzung; dies ist aber ein Faktor des Sehens, nicht der Erscheinung selbst.

S 186 Sehen ist Einheit des Unendlichen in der Form des Sehens selbst, im Gesehenen z. B. d oder e, die unbedingte Mannigfaltigkeit oder Totalität.

Ein Sehen, das eben ist, nie wird.

Die absolute Einheit des Unendlichen ist die Qualität – zufolge des Gesetzes des Sehens.

Und es ist Vermögen – Ausdruck des Vermögens, material teilbar ins Unbedingte

Das letzte Resultat des Sehens ist „e“

Das die unbedingten Teilung festhaltende, Eine – das zwar erweitert, aber nie aufgehoben werde kann, – ist die Eine Welt, das Universum der Qualitäten an der Materie, ist somit äußerlich geschlossen und geendet. Innerlich ins Unendliche teilbar.
Äußerlich unendlich ist nur der leere Raum, nicht die reale qualitative Materie.

S 187 Im Gesetze des Sehens liegt, dass die Welt sei – aus dem Faktum stammt sie nicht. Und ein bestimmtes Was sei. – Die Qualität ist durch das Faktum des Sehens schlechtweg gegeben. Sie lässt sich nur durch Hingeben an das faktische Sehen, d. h. durch Erfahrung erkennen. Sie ist nach den Gesetzen des Sehens.

S 188 – Die Freiheit der Erscheinung ist bestimmt durch das Gesetz.

Das Gesetz hat doppelte Kausalität auf die Erscheinung – inwiefern sie jenseits alles Sehens ist, und inwiefern sie sieht.

Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit kann so genau von einander geschieden werden, letztere vermittels ihres Grundgesetzes erkennbar durchdrungen.

S 189 – Im Sehen ist ein Gesetz gewisser Fakten beschrieben. Die Erscheinung selber tut nichts; sie ist dann Reflexibilität und Gesetz einer freien Reflexion –

Das Sehen ist, falls es ist, ist ein absolutes Faktum. Die Erscheinung ist notwendig, falls Gott ist.

Die Erscheinung hat ihr Grundgesetz

  1. Vorlesung

S 190 Das Gesetz hat eine doppelte Kausalität auf die Erscheinung – a) in ihrem Sein als bloßes Vermögen – und b) Im Sich-Sehen desselben, in der Form der Unendlichkeit des Machens als Begrenztheit des unendlichen Vermögens und was daraus folgt, Grenze der Qualität, lediglich aus dem Sehen und zufolge des Gesetzes, das eine faktische Kausalität wird, ein bedingtes Muss des Sehens.

A ergibt a und darunter b und c und d und e.

Das Sehen soll Produkt sein des Gesetzes – aber das Gesetz ist nur ein Soll.

Alle Produkte sind Ergebnisse einer Zusammenwirkung.

Es muss einen Freiheitsakt von A. aus geben?

S 191 – Das Gesetz gibt die Begrenzung

Was gibt die Form des Sehens? Das Schema des Vermögens, das sich an der Begrenzung bricht.

  1. ist unendliches Vermögen in reiner einfacher Form des Seins

Es wendet sich an das Schema derselben, an die Verdoppelung und begrenzt diese. Wie ist das möglich?

„Diese Verdoppelung selbst, der schematische Zustand, muß sich erst sezen, eben überhaupt wäre sonach die Bedingung des Einfalls des Gesetzes; u. der Uebergang in demselben aus der einen einfachen Form, in die schematische, der FreiheitsAkt der Erscheinung A [-] A . Ist ein solcher Uebergang überhaupt möglich? liegt er im Vermögen der Erscheinung, u. wie beweisest du das? Antw[ort]. Die Erscheinung soll sich ja erscheinen als solche, ein Schema ihrer selbst werden: sie kann es drum: diese Bestimmung gehört zur Bestimmung des Vermögens. (welche nun selbst erscheint als eine doppelte; durch das soll in seiner einfachen Form, zu unendlichem seyn: und durch das soll in der Form des als, zum schematischen Seyn überhaupt. -) Doch ist das soll in dieser Hinsicht bestimmend lediglich das Vermögen: die Erscheinung kann, sie muß nicht; das Sehen bleibt auch hier ein absolutes Faktum: durchaus getrennt von dem Seyn an Gott.“ (ebd. S 191 Z 16f)

Die Bestimmung des Vermögens ist doppelt: durch das Soll in seiner einfachen Form zu unendlichem Sein und durch das Soll in der Form des Als.

S 192 – Die Erscheinung kann schematisieren ihr Vermögen. Was wird daraus? (Angenommen.): Ohne Als der Erscheinung und Sehen ist das Sein verloren, das Sehen tritt nicht ein, denn das Vermögen ist unendlich. Es hat kein Reflex.

Da es aber zu einem Bilde kommen soll: Das Soll wird faktisch, die Bedingung tritt ein. Die Unendlichkeit wird im Schema schlechthin, nicht durch die Erscheinung, aber durch das Gesetz.

S 193 Durch den Schematismus sollte das A. in seinem ursprünglichen Sein beschrieben werden. Ein solches Schema war nicht möglich, weil um des im Endlichen nicht zu fassenden Inhaltes willen.

Es kann aber das in A. liegende Gesicht gefasst werden. Ich bringe wieder ein längeres Zitat dazu, weil a) das Verhältnis Absolutes/Erscheinung im Vermögen des Bilden m. E. gut zusammengefasst wird und b) nochmals verschiedene Modifikationen des Gesetzes in diesem Bilden liegen.

„Nun war jedoch ein solches Schema nicht möglich.“ aber war dies um der Form willen? nein, sondern um des im endlichen nicht zu fassenden Inhalts willen. Diese Schwierigkeit ist gehoben: es kann drum allerdings das in A liegende Gesicht entstehen. Welches ist sein Inhalt? absolutes Vermögen schlechthin, als solches unbedingt: die Grenze, der es bedarf um der Form des Sehens willen, muß nun selbst durch dieses Vermögen gesezt werden: eben durch ein nun erst mögliches Nachbild, u. Schema der wirklichen Begrenzung. (ein erst mögliches; das Urbild ist gegeben.) [Dies] Richtet im allgemeinen sich nach dem Gesetze der Synthesis, also α β γ  δ ε.  Ich kann es deutlich machen nur durch den Gegensatz, hebend dabei: was ist das haltende, das Schema der Begrenzung? ε qualitative Materie als geschloßne Welt: ihr reines Bild [ist] der leere unendl[iche]. Raum. In Beziehung auf dieses drum (auf dieses, sage ich -, andeutend, daß ich das allgemeine Gesez, das nachher auch wohl in seiner Allgemeinheit erscheinen wird, hier anwende auf einen bestimmten Fall) ist das haltende die Anschauung des Raums./ δ das freie Ich, wie ɛ. das faktisch seyende. Das da anschaut nicht wie in δ sich, sondern den Raum, u. das in δ denselben ins unbedingte erweitert, durchaus ohne alle Begrenzung. – . Bemerken Sie: δ . 1.). Die Form der Anschauung ist ja Vermögen: also als ein Vermögen schaut es sich erst an, innerhalb der Begrenzung, ins unbedingte theilend die Materie, die gegebne. δ aber ohne alle durch Qualität bezeichnete Grenze der 
S 194: Materie, den unbedingten Raum ins unendliche fort construirend. Leicht ist folgender Satz: Die Begrenzung durch das Gesez ist nur möglich, inwiefern sich die Freiheit der Erscheinung A. derselben durch Eintreten überhaupt in den schematischen Zustand hingibt. Hinwiederum, ein Schema des ursprünglichen Vermögens ist nur möglich, inwiefern die Unendlichkeit desselben durch irgend ein aus der Begrenzung stammendes Schema gebrochen wird. Beide Synthesen sind drum schlechthin synthetisch vereinigt; eins ist nicht möglich ohne das andere. Ferner: Diese Form geht aus auf ein Schema des Vermögens, wie es ist in ihm selber; dies aber ist Eins, u. sie ist drum auch Eins u. ewig sich gleich bleibend. Daß es aber mit ihr zu einem Faktum komme, ist bedingt durch ein aus der wirklichen Beschränkung durch das Gesez zu entnehmendes Bild. – Nun ist ins besondre die Begrenzung, mit der wir es hier zu thun gehabt haben, nur die des Vermögens überhaupt: liefernd ein Sehen eigentlich bloß von der allgemeinen Form des Sehens und so eigentlich von nichts. Wir wissen wohl, daß zufolge desselbigen Gesetzes es wirklich u. in der That noch mancherlei andres Sehen,“ – z. B. der Erscheinung wirklich als solcher, u. ihrer Einfachheit, derselben als eines Bildes Gottes, geben soll. – Anders bestimmte a., die das gemeinsam haben werden, daß die Beschränkung der Unendlichkeit sich gründet auf ein faktisches Gesez. -. Keine kann, nach dem allgemein ausgesprochenen Gesez, stattfinden ohne die Form α, aber eine andere Beschränkung giebt in ihr ein anderes haltendes Bild. Also dieses Eine α wird bestimmt durch die Synthesis, in der es ich befindet. (ebd. S 193 Z 1ff bis S 195 Z 1) S 195
Das Verhältnis Absolutes/Erscheinung wird nochmals bündig so zusammengefasst: 1.) Die Erscheinung, in ihrem absoluten Seyn an Gott nochmals schärfer angesehen. Sie ist Freiheit, durch das Bild* Gottes, das in ihr Gesez wird, bestimmt. Diese Freiheit, in Beziehung auf eine sich Vollziehung gedacht, ist ein faktisches 

S 196 – Erscheinung – Bilden – jenseits aller Sichtbarkeit – Grundlage des Sehens – das unendliche Bilden – das war die Deduktion des Sehens.

Absolutes Sehen ist aber nicht Sehen? Was ist das unmittelbare Schema – ein Angehalten sein, d. h. das Leben des Bildens, das Prinzip eines Bildens.

Ich bringe wiederum längere Zitate, um das Bilden im Begriff des Prinzips zu fassen:

S 197

„Was nun für ein Seyn, der Form nach, was ist das unmittelbare Schema?“ – offenbar eben ein angehalten seyn, u. dadurch zum Seyn zusammengedrängt seyn; des Lebens des Bildens = Princip eines Bildens. Die Form des Princips ist das Schema des Lebens. – Im Sehen u. durch das Sehen, u. lediglich dadurch, wird das unendl[iche]. sich bilden zu dem ganz neuen Princip des unendlichen. /. a.) jenseits fließt ja das Leben fort, ohne Anhalt: es ist nicht Princip, sondern reine That. woher denn nun dies [Princip]?“ aus dem Sehen. b) Princip ist nichts an sich, sondern es ist die Form der Sichtbarkeit des Sehens: und das Princip entsteht im sich sehen der Erscheinung, als eines unendl[ichen]. Bildens. – 3). jezt [handeln wir] über die faktische Möglichkeit eines solchen Sehens, die wir übergingen. Die Erscheinung soll sich sehen, als Princip eines bildens. Nach dem oben geführten Beweise aber ist das absolute Sehen der Form nach durchaus ein faktisches Sehen, ein vorfinden. Es muß drum jenes erste Sehen α./., in der höchsten Allgemeinheit, vorfinden ein wirkliches Principseyn a. / Kürzer: das absolute Sehen kann sich nicht unmittelbar u. unbedingt a priori als Princip ersehen, (späterhin wird sich zeigen, daß es dies allerdings kann, aber nur unter der jezt zu fassenden Bedingung.), sondern es muß sich faktisch also finden. Finden, als Princip, inwiefern dies eben mit dem finden vereinbar ist. Das sehen aber ist faktisch: also es muß sich vorfinden, als sehend eben in einer gegebenen Anschauung: die rein u. lediglich durch die faktische Grenze zu Stande gekommen seyn soll.“ (ebd. S 197 Z 1 bis S 198 Z 2)
S 198 ……. 4.). Die Erscheinung soll sich sehen, nicht nur überhaupt als Princip, sondern als Princip ins unendliche; es versteht sich, ist aber ja nicht aus der Acht zu lassen: inwiefern es sich überhaupt sieht als Princip, also in der Stelle a. – …….. S 199 Dies ist nun ein Bild des Vermögens, also allerdings ein durchaus a priorisches, so wie auch das Princip war. Dieses aber ist möglich nur einer faktischen Begre[nzung gegenüber, einem a posteriorischen. Nur sich anschauend, als frei in Beziehung auf eine gegebne momentane Anschauung; u. ins unbedingte fort auf unendliche, nach demselben Grundsatze gebildete [Anschauung], schaut es sich an als Vermögen, an diesem objektiven allein wird jenes Bild gebrochen. Und so ist denn hier, durch Synthesis innerhalb des Sehens, ein Bild der Unendlichkeit möglich geworden, das an sich durchaus unmöglich war. Die concrete Unendlichkeit ist unsichtbar, u. bildlos: Als unbedingte Reihe geschloßner Anschauungen aber wird sie sichtbar. Eben diese gediegnen Momente sind der Hintergrund, an welcher das Bild derselben sich bricht. – 
(….) Also die Erscheinung erblikt sich als sich selbst zum Hingeben bestimmendes Princip an a. und dem zu Folge als ein unbedingtes Princip vom Hingeben an a. a‘.-. Ich frage Sie: Geht das Vermögen des sich selbst bestimmens zum Hingeben in dieser Anschauung des Hingebens nun auf? Ginge es drin auf, so wäre es ein Sehen: kein Gesehenes. Die Erscheinung sähe sich nicht als seyendes Princip. – Dieser Blik muß sich brechen: es muß drum im Princip als seyend noch mehr liegen, das jezt nicht ausgedrükt ist. Die Form a ist (S 200) eine faktische Unendlichkeit. Sich hingebend fließt der Strom fort: Das Gegentheil dieses höhern Vermögens, das an ihr sich bräche, wäre eine gesch[l]oßne Mannigfaltigkeit – andere Formen: a entgegengesezt. – Unendlich ist das Princip auch in diesen Formen; nur [ist] keine faktische, sondern eine freie [Unendlichkeit].-. Auch dies [ist so] aus der Sichtbarkeit des Princips:  Satz: Das Princip erblikt sich nothwendig theils als mannigfaltiges (fünffaches) theils als unendliches Princip. Die Sichtbarkeit des Princips ist Princip der Disjunktion. Die Disjunktion ist keinesweges in der Sache, sondern nur im Sehen, u. zwar nicht im reinen; denn dies ist Sehen des Einen Princips, sondern nur in der faktischen Bedingung dieses Sehens, des Principseyn selbst.(ebd. S 197 Z 1 bis S 200 Z 14) 34. Vorlesung S 200
Das Urbild der Erscheinung ist ein Princip eines unendlichen Bildens. Dieses geht nicht auf in diesem unendlichen Bilden (der Reihe der a.), sondern es sieht sich auch: gebrochen an seinem Vermögen der Unendlichkeit, d.i. an seinem sich hingeben können, an die Unendlichkeit, oder nicht.
Wenn es sich gebrochen sieht, sieht es sich notwendig mannigfaltig an und sieht sich als freies Prinzip an.

S 201.

„Also, es sieht sich auch als Princip eines nicht hingebens an die Unendlichkeit. Das Nichthingeben ist ein Objekt des Sehens; etwas an dem das Sehen sich bricht. Wäre es nur ein einfaches (gäbe es nur den Gegensatz Unendlichkeit, oder Nicht- Unendlichkeit, d. i. Einheit), so ginge in dieser Einheit das Sehen eben auf, u. bräche sich nicht: das nicht Hingeben an den Fluß der Unendlichkeit muß drum selbst ein Mannigfaltiges seyn: indem das Princip sich an sich bricht an einer Weise des nicht hingebens, müssen noch andere in ihm liegen, die dermalen nur möglich, nicht wirklich sind. Es muß drum im Princip des Nichthingebens noch ein Gegensatz, u. Disjunktionsprincip liegen, u. zwar kein Unendliches, denn davon ist es überhaupt der Gegensatz, sondern ein endliches. Dieses Princip aufzustellen ist nun unsre eigentl[iche]. noch nicht gelöste Aufgabe. (ebd. S 201 Z 1ff, Hervorhebung von mir) Wir müssen zu diesem Behuf abermals tiefer in den eigentlichen Uebergangspunkt der Erscheinung aus ihrem Seyn an Gott in das schematische Seyn hineingehen.  1.) So viel ist, aus allem bisher gesagten, klar: die Erscheinung kann niemals aufgehen in ihrem Bilde, denn sie ist unendlich, das Bild ist endlich. Also der Widerspruch zwischen irgend einem faktisch gegebnen Bilde, u. der Erscheinung, wie sie ist in ihr selbst, ist klar. 2). Nun aber soll dennoch schlechtweg die Erscheinung erscheinen, wie sie ist in ihr selbst. Wie läßt sich der Widerspruch vermitteln? In ein Bild kann sie nicht übergehen: wenn sie überginge, wenn sie sich verwandelte in ein Princip, das da, die Erscheinung, unendlich, wie sie ist, bilden sollte, u. bilden könnte, so wäre der Widerspruch gehoben. Das ursprüngliche Bild der Erscheinung ist drum nicht irgendein stehendes Bild, sondern es ist dasselbe ein freies bilden können, u. sollendes Princip im stehenden Bilden die Erscheinung, wie sie ist.

Es muss ein freies Prinzip sein, dass die Erscheinung bilden kann und soll.

„Woher das Prinzip? Es soll ein Bild der Erscheinung sein. … Produkt des abs. Soll… Der Erscheinung die Form gebend.. die Erscheinung ist dieses Prinzip …Die Erscheinung ist wirklich und in der Tat Prinzip eines Bildens ihrer selbst, eines sich, wie sie ist, Anschauens, zufolge des Erscheinens Gottes in ihr…. Produzierend alles wahre Sehen (…)“ (ebd. S 202 Z 12)

(….) Wir haben die Erscheinung in der Form eines Prinzips gefunden unabhängig von unserem Sehen … ein wahres reales Objekt … nicht bloß durch Denken hineingetragen, unser eignes Denken sichtbar am Objekte sich bricht, da erst [sind wir sicher. (wo das Denken Anschauung wird. [Dies] ist hier der Fall.“ [ebd. S 203 Z 2f)

In der Erscheinung liegt das freie Prinzip eines Bildes (eines Bildens), dass es sich zwischen idealem und faktischem Sein bilden soll.

Das Prinzip soll jetzt die Erscheinung sehen, wie sie ist.

Das geschieht zweifach: durch immanente Freiheit, die sich vollziehen kann oder nicht: Das faktische Soll wird ein doppeltes: conditional bedingt, „theils sich richtend an das schon seyende Prinzip in seinem seyn“ (ebd. S 204 Z 1) als „Kausalität“ (ebd. Z 2)

Dies führt jetzt zu weiteren Gesetzen der Genesis der Erscheinung und der Zeitmomente:

Die Erscheinung ist reines Vermögen.

Das Prinzip ist Produkt einer Wechselwirkung zwischen A., einer absoluten Freiheit, und des Gesetzes.

Es ist zugleich Faktum.

  1. ist Eintritt in die schematische Form, also in das Sehen.

Falls die formale Bedingung des Sehens eintritt, wird Unendlichkeit begrenzt, so ist durch Eintritt des A. in die schematische Form das Soll faktisch erfüllt. Die Erscheinung ist Prinzip geworden – als Objekt des „hier entstehenden Sehens“ (ebd. S 205 Z 2)

S 205 – das Verhältnis zwischen formalem Sehen und Objekt „Prinzip“ soll noch genauer begriffen werden:

„Es komt alles darauf an das Verhältniß dieses formalen Sehens, u. des Objekts desselben einzusehen. Offenbar u. sichtlich ist beides durch einander bedingt, u. steht in Wechselwirkung. Das Sehen der Form nach, d.i. der Eintritt der Erscheinung in A, bedingt das Seyn des Princips, ausser- dem komt es nicht dazu, sondern es bleibt A., wie wir gesehen haben. Wiederum das Seyn des Princips bedingt das Sehen, als Faktum; denn nur dieses giebt ihm das begrenzende Objekt. Wir können drum sagen: wie gesehen wird, ist das Princip, aus dem absoluten | Sehen folgt ein faktisches Seyn; u. umgekehrt, wie das Princip ist, wird es gesehen. Beide sind im absoluten Faktum vereinigt, und nur beide in dieser ihrer absoluten Vereinigung sind ein Faktum. Das absolute Sehen hat einen realen Gegenstand, u. es ist nicht etwa blosser Schein, dergl[eichen]. gar nicht möglich ist; [-] ernster Realismus, nicht Nihilismus; wiederum das absolutfaktische Seyn, ist schlechthin sichtbar, – (nicht etwa ein erschautes Ding an sich[)]: Idealismus. (ebd. S 205 Z 3ff)

Durch Denken haben wir das Sehen an seinem Geburtsort gefunden – das Eigentliche liegt im Prinzip.

S 206 – Es ist aber erst ein Prinzip zusammen mit diesem Sehen.

Es kann nicht bei einer Wechselwirkung bleiben zwischen Prinzip und Sehen, denn, was ist das eigentlich Sehende? Die Erscheinung in A. ist es.
Das allgemeine Sehen muss ein Ich sein können.

Das Sehen ist nicht Hinschauen eines Prinzips, sondern Gesetz.

Das Sein ist begleitet von einem Schema – und das Schema ist nicht die Sache selbst. „Das Seyn macht die lebendige Kraft, Ursache zu werden eines Bildes“ (ebd. S 206 Z 17) Das Schema ist dabei leidender Reflex.

35 Vorlesung

S 206 – Ausgegangen wird vom Sehen, schlechtweg, dem faktischen.

S 207 – das Prinzip soll sich zum Bilde der Erscheinung, wie sie wirklich ist, in Gott machen. Sie ist es nicht ihr (der Erscheinung) Sein, in ihrem Bilde kommt bloß ihr Sein vor.

S 208 – ideales Sein und faktisches Sein ergeben eine logische Disjunktionseinheit

S 209 Eine Sich-Anschauung des Prinzips in einer gegebenen Anschauung heißt Reflexion

„In jedem Falle also, aus dem ersten, u. aus dem zweiten Grunde, müste das Princip, als solches, sich sichtbar werden können; ohne Zweifel, da in dem ersten Akte das Princip, als solches, verlohren geht, durch einen neuen, dasselbe im Sehen herstellenden Freiheits Akt. So müßte es schlechthin seyn, dem zufolge, daß die Erscheinung sich erscheinen soll, wie sie ist; also zufolge des absolut faktischen Soll. Eine SichAnschauung des Princips einer gegebnen Anschauung, als solcher, heißt Reflexion. Also das P[rincip]. ist schlechtweg, zufolge des faktischen Soll, nicht bloß, wie wir es erst genommen haben, Princip einer Anschauung der Erscheinung, sondern zugleich Princip, das da kann, u. soll sich selbst reflektiren in solchen Anschauungen.-. Wir haben es bisher einseitig angesehen. Es hat zwei Beziehungen: eine auf die absolute Erscheinung: sich zu bilden, als Erscheinung,“ gleichsam nach aussen; eine auf sich selbst als Princip, eine intransitive. Dies [werde] hier gemerkt: Das Princip zeigte sich als real, indem es stammt aus dem absolut faktischen Soll, seinem ersten Theile nach; aber es stammt auch seinem zweiten Theile nach unmittelbar aus diesem Soll: es hat drum auch in dieser Rücksicht Realität.“ (ebd. S 209 Z 15ff)

S 210

Das Prinzip ist die Eine ewige sich gleichbleibenden Einheit zu allen Akten – und so liegt in ihm eben die Mannigfaltigkeit und Unendlichkeit – und so können vom Prinzip aus das Mannigfaltige und die Unendlichkeit als Eines gesehen werden.

Die weitere Bestimmung in der Reflexion wird zum Ich (im Prinzip). Das Ich ist Produkt der Reflexion.

S 211 Das Prinzip der Erscheinung ist Prinzip der Anschauung und ist Prinzip der Reflexibilität.

Das Prinzip ist Schema 3

Die Reflexibilität ist Schema 4

S 212 In der Anschauung wird durch die Form der Reflexibilität hindurch und durch dasselbe das Prinzip und alles andere gesehen.

Dies ist der Exponent (die Reflexibilität) und der erste Faktor des ganzen Gesichts.

Die Anschauung ist wieder Schema des Schemas 4 (Reflexibilität) und wird Schema 5.

Die Reflexibilität ist Mittelglied zwischen Erscheinung und Schema 4

Was liegt in der Reflexibilität des Prinzips?

  1. Vorlesung

S 213

Das Sehen ist mannigfaltig – das Prinzip ist mannigfaltig – ergo ist das angeschaute Prinzip in der Reflexibilität das Individuum – durch die Beschränkung innerhalb der Anschauung des Prinzips.

S 214 – der Eintritt der Erscheinung in die schematische Form spaltet sich in mannigfaltiges Zusammenwirken des Gesetzes

Das eine Prinzip wird durch die Reflexibilität ein unbedingt Mannigfaltiges von Prinzipien und bleibt zugleich eines im Ich, d. h. eines in der Beschränktheit des Individuums.

„Wie er (sc. das Individuum) sich frei macht durch Reproduktion von jener ursprünglichen Auffassung, so gewinnt er freilich wieder die allgemeine Freiheit; aber er hat doch so aufgefaßt, u. dies eben führt ihn auf seine individuelle Beschränkung / wodurch denn zugleich klar wird, daß dadurch die Reflexibilität, die Zurükführung auf das Individuum allerdings ausgedrükt ist. Andere anders; jede mögliche Reihe[repräsentiert] faktisch einen anderen Standpunkt des allgemeinen Auffassungsvermögens oder Princips; was nun freilich allemal seinen besondren Standpunkt haben muß, also in einer Individuenwelt, durch dieses Gesez der Reflexibilität, auf faktisch gegebne Reihenfolge zerfällt. (ebd. S 213 Z 32 bis S 214 Z 12)

(S 215) In A. geht das soll, d.i. die Unendlichkeit, u. die Freiheit mit einander auf, wenn das Princip sich vollziehen wird zu einem Bilde der Erscheinung, wie sie ist, wird drum auch bei- des in einander aufgehen: ein solches Sehen wird drum die Unendlichkeit nicht absolut, von sich, und ausser sich setzend sich an derselben brechen, sondern es wird sie aufnehmen in sich selbst. Hier ist es umgekehrt: an der, freilich zusammen- gedrängten Unendlichkeit, bricht sich das Sehen;“ über einen Punkt dieser Zusammendrängung, den wir oben Qualität genannt haben, kann es durch weitres Begreifen, u. Zerlegen nicht hinaus: es wird drum blosse leidende Intuition. Dies also ist der Stoff, u. dieser Stoff herrscht in dem jezt zu beschreibenden Sehen; keinesweges ist er in dem freien: da ist bloß ein rein geistiges Gesicht. (Wie wichtig dieser Aufschluß ist, wird ohne mein Bemerken wohl jeder einsehen.). -.  [Zum] Inhalt dieses Sehens. -. [1.).] Zuförderst ein paar Sätze, die schwer vorkommen mögen. Aber sie verbreiten eine Lichtwelt, und ersparen eine ungeheure Menge Vorträge. 1.). Das absolute Sehen bricht sich, so gewiß es [in] einem Faktum desselben, zu einer Anschauung kommt, an der individuellen Form. Dies ist sein Gesez. 2.). Also alles Sehen kann zurükkehren, und muß, falls es die Reflexibil[it]ät selbst bildet, zurükkehren in die individuelle Form; sich bilden; als sich in dieser Form; die Vorstellung hervorbringen: Ich, Individuum, u. nur ich sehe dies. 3.). falls es die Reflexibilität bildet, habe ich gesagt; nun muß es diese bilden: also es muß.-. Oder dies ist eine Disjunktion: a) gebrochen seyn des Sehens an der individuellen Form: im Sehen selbst als bestimmendes;-b) der unmittelbare Ausdruk dieser Gebrochenheit, in einem besondern Sehen.“ (ebd. S 215 Z 4ff)

216 Die vorherige Terminologie und Herausarbeitung eines Begriffes Prinzip ist durch Reflexibilität auf den Begriff des Individuums übergegangen:

„Res[ultat]. [1.)] Das absolut faktische Sehen reflektirt nothwendig sich selbst, um die Reflexibilität zu bilden. Nachdem wir nun dies wissen, können wir, statt zu sagen: wie wird das Princip überhaupt gesehen, gleich damit anfangen: wie wird das Individuum Ich gesehen?“ (ebd. S 216 Z 1f)

Das Individuum wird gesehen als seiend, als „Stoff“ (ebd. Z 10); ferner als sehend und freies Vermögen (ebd. Z 13), als Vermögen zu teilen, kurz als „Vermögen der Reproduktion“ (ebd. Z 14) und der praktischen Tätigkeit.

„Nun tritt aber hinzu ein zweiter, nicht so bekannter, jedoch mit wenig Worten deutlich zu machender Punkt. – . Das Princip ist reales Princip, eines absoluten Sehens: Schöpfer eines solchen, des Bildes von A. Dies ists nun drum nicht wirklich, sondern nur als Princip; aber es wird eben gesehen als Princip; es muß drum als solches gesehen werden, im Schema, und in dem hier stattfindenden Schema/-. aber das hier stattfindende Sehen ist ein durchaus an einem Objekte gebrochenes Sehen, u. es giebt in dieser Region kein anderes. Das Princip wird in diesem Zusammenhange des Schematismus gebildet als Princip eines Sehens, heißt darum: es wird gebildet als Princip eines sichtbaren, und schlechthin, wie nur gesehen wird, zu ersehenden Objekts: als Princip des hineinbringens eines neuen in die objektive Welt eines allgemeinen Sehens. Nicht unmittelbar, wie etwa oben, sondern nur mittelbar, durch Hervorbringung eines Objekts, kann es hier als des Princip des Sehens erscheinen, weil es hier ein unmittelbares Sehen überhaupt nicht giebt. – [also durch] reale praktische Thätigkeit“ (ebd. S 216 Z 15ff bis S. 217 Z 2)

Die Tätigkeit verhält sich wie ein Akzidens zur Substanz Ich. Es ist durch das Faktum dieser Anschauung. Das hervorgebrachte Objekt ist der Zweckbegriff. Worin der Zweckbegriff genau besteht?
Er bedarf der Vorlage der Reproduktion. (Man erlaube: Ein krasser Gegensatz zu vielen Aussagen der Analytischen Philosophie, wonach erst der Gebrauch, der performative Sprechakt, die Lebensform die Bedeutung eines Wortes erkennt.)

„Worin kann nun das hervorgebrachte Objekt bestehen? Offenbar nicht in einem qualitativen: denn die wirkl[iche]. Thätigkeit, falls sie als mit Bewußtseyn verknüpft, d.i. als Thätigkeit des sehenden Princips gebildet werden soll, wie sie ja muß, bedarf doch offenbar eines durch Reproduktion hervorgebrachten Begriffes von dem Produkte der Thätigkeit, genannt Zwekbegriff; u. soweit als das Vermögen der Reproduktion sich erstrekt, kann die Thätigkeit sich erstreken: diese erstrekt sich aber nur bis aufs Ordnen gegebner Qualitäten[;] ein solches anderes Ordnen in der That ist die praktische Thätigkeit. Daß dieses dennoch binde, die individuelle Anschauung, ist klar, weil jedes seine bestimmte Reihe hat, u. wenn die objekt[ive]. Reihenfolge ihm verändert wird, wird ihm eben auch die subjektive verändert. Die Welt der Qualität ist unveränderlich; die der Reihenfolge modifikabel (ebd. S 217 Z 10ff, Hervorhebung von mir.) Fichte fährt im Grunde konsequent transzendental fort, indem er den Sinn des Zweckbegriffes ebenfalls auf die Erscheinung zurücknimmt. Zuerst ist alles schöpferisch in der Tätigkeit des Bildens. Der Zweckbegriff ist dessen nachträgliche Äußerung der Reflexibilität des Individuums, d. h. dessen denkerisch erschlossenen Bedingung, wie in der Reflexibilität die Unendlichkeit zusammengefasst werden könne aus praktischen Gründen der Selbstbestimmung der Erscheinung. „Woher nun eine faktische gediegene Realität, und sogar ein faktisch reales Vermögen des Bestimmens solcher Realität komme, ist hier ganz klar. An sich ist ja durchaus kein Funke von Wahrheit in diesem Bilde. Das Seyn ist in Gott. Die Erscheinung ist durch u. durch Bild, zuförderst Gottes, sodann ein Bild Gottes als solchen zu seyn ihrer selbst: u. dabei bleibts. Die hier beschriebne Anschauung ist ja garnichts anderes, als die Sichtbarkeit dieser Erscheinung als des bildenden Princips; die Reflexibilität, damit sie eben die Unendlichkeit an sich als Princip zur Einheit zusammenfassen könne.“ (ebd. S 217 Z 26ff)

Fichte nimmt nicht nur den Zweckbegriff, ebenfalls das Individuum zurück auf eine Disjunktionseinheit innerhalb der Erscheinung. Die Anschauung eines wirklichen Ich, in der Reflexibilität ermöglicht, ist ja notwendig ein Produkt der Reflexion; die Reflexion steht aber nicht für sich, sondern ist der Gegensatz der Intuition. Die Intuition ist die Anschauung des Prinzips als solchen. Was kann das sein, wenn vom individuellen Ich die Rede ist, das durch Reflexibilität zum Prinzip der Unendlichkeit und praktischer Tätigkeit übergehen kann? Eine „Welt von Ichen“ als sehend die Welt. Das einzelne, individuelle Ich folgt einem Gesetz der Ichheit und vieler Iche, die die Welt sehen. Dies ist die Reihenfolge: Ich und Welt hintereinander.

Der Anfang der Reihe ist es selbst – das nicht mehr nur durch andere sichtbare und bestimmte Ich, sondern das unmittelbare, wovon das Sehen der anderen ausgeht.

In der Intuition ist das Ich, als Subjekt des Sehen, verschmolzen und geht auf im Sehen. In der Reflexibilität sieht es sich selbst; zufolge des Gesetzes der Intuition überträgt es alles Sich-Sehen aber auf die anderen und schreibt es einer äußeren Anschauung zu (Delta), obwohl es zuerst einer inneren Ich-Erkenntnis entstammt (Epsilon): Als Zitat gebracht:

„Der Anfang der Reihe ist es selbst: das nicht mehr nur durch andere sichtbare u. bestimmte Ich, sondern das unmittelbare, wovon das Sehen der andern ausgeht: [**] dies ist eben eines jeden sein Ich. – /. In dieser Intuition ist das Ich, als Subjekt des Sehens, verschmolzen, u. geht auf im Sehen, demselben das Gesez der Folge der Auffassung gebend. Wird nun die Reflexibilität als Reflexion erscheinen, so wird es erscheinen als in sich selbst, u. das Gesez der Intuition zurückgehend, es wird sich sehen; und nun erst alles sehen können, was wir vorher sagten. Durch sich, u. seine Freiheit hindurch[sehen].-. dasselbe alles nun schreibt es in der Intuition den andern zu. Aeussere Anschauung, innere Anschauung. δ – ε.  (S 218 Z 20f)

Der Erscheinungscharakter jetzt ausgeblendet: So muss die Reflexion und die Reflexibilität als bereits faktisches Prinzip gesehen werden: „Es ist kein Reflexion. Das allgemeine, durch das faktische Princip bestimmte Sehen, das da ist Gesetz, wird hier das Gesez einer Disjunktion“ (ebd. S 219 Z 6f)

Faktisch ist nur das Bilden und das Bild. Deshalb fallen alle Erscheinungen in Delta als „Wandelbarkeiten“ in die der Unendlichkeit.

Es folgen m. E. sehr interessante Aussagen zum genetischen Ort des Begriffes der Natur und zum Verständnis eines „Naturtriebes“. Ich muss das wörtlich zitieren: Wenn vom Sehen als bestimmtem Sehen und wirklichem Sehen ausgegangen werden soll, mithin von einer Grundlage der Faktizität des Sehens ausgegangen wird, spaltet sich das Sehen in das mögliche Sehen einer Natur, ein Sehen von bloßen, leeren Bildern ohne Gehalt, und in ein disjunktiv durch Gesetz bestimmtes wirkliches Sehen. Das reine Bild des Möglichen der Natur handelt nicht. Von diesem leeren Begriff der Natur aus gesehen, wird das „A.“ der bloße Möglichkeitsbegriff des Sehens  (der Realität) und steht selbst unter dem Naturtrieb eines endlosen Strebens. Natur ist nur ein „zeitlose(s) Princip der Fakten“.

„Bloß reproduciren zum Spiele, oder Zwekbegriff fassend, diesen ausführend u. handelnd. Thut nun das Princip von allem diesem etwas; handelt es z. B.[?] Nimmermehr, denn es ist ja kein Ich wirklich da. Nur Bilder solches Handelns, solchen innren u. äusserlichen Wandelns, sind da, zu folge des faktischen Gesetzes der Sichtbarkeit überhaupt eines Faktum überhaupt, d.i. der blossen Form des Faktum, die kein wahres Faktum ist.- In einer gewissen andern Verwendung erscheint auch dieses Gesez: als Naturtrieb. -. Was ist nun die Natur? Das Soll des Faktum. Wo wird sie Trieb? in A.[;] warum? weil A eine nicht in einem Schlage zu erfüllende, theils zweifache, theils unendliche Aufgabe hat. Also A steht ganz und gar u. unbedingt unter dem Naturtriebe, u. in ihm ist nicht Ich, nicht Freiheit, nichts dem ähnliches. Die Natur an sich ist gar nicht faktisch, sondern sie ist bloß das schlechthin Eine zeitlose Princip der Fakten. Was aber sind ihre Principiate, die Fakten? Bilder, inwiefern sie faktisch sind durchaus leere Bilder, ohne Gehalt. Nur das nicht faktische in ihnen, u. das durchaus in ihnen nicht erscheinende, um dessen Willen sie da sind, die Möglichkeit der Realität, ist.“ (ebd. S 219 Z 14ff bis S 220 Z 4)

© Franz Strasser, März 2023

 

 

 

 

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Autor: Franz Strasser

Dr. Franz Strasser