Weil mich die Sache berührt, wollte ich nach transzendentalkritischen Bedingungen fragen, die einen bestimmten Begriff konstituieren. Ich ging dabei davon aus, dass kirchliche Weihämter wie „Bischof“, „Priester“, „Diakon“ nicht metaphysische, unerklärliche Begriffe sein müssen, oder umgekehrt, dass sie bloß künstliche, historisch beliebig eingeführte, und deshalb wieder beliebig abschaffbare Begriffe sind, sondern mit einem gewissen Sinn und Zweck, transzendental ableitbar der Wissbarkeit nach, sind sie eingeführt und als sakramentale Hierarchie installiert. … Weiterlesen
Monat: August 2025
Priesterweihe von Frauen – 5. Teil
1) Wie teilweise schon gesagt (Teil 2): Eine kirchliche Ordnung unterscheidet sich m. E. von einer säkularen Gesellschaftsordnung dahingehend, dass a) der Rückbezug auf eine apriorische und positive Offenbarung explizit gemacht wird und b) die sakramentale Sinnordnung in einer von Gott selbst garantierten Einheit von Intention und Leistung erfüllt ist – während in einer bloß säkularen Ordnung juridische und sittliche Ordnung zwar gewollt, sogar indirekt postuliert, aber nicht garantiert werden können.… Weiterlesen
Priesterweihe von Frauen 4. Teil
1) Wenn es dem Autor tatsächlich um Patriarchalismus und Herrschaftsausübung gegangen wäre, wäre der Stil und der Inhalt ganz anders ausgefallen.
Der Bestimmungsgrund ist das, worum es dem Willen eigentlich immer geht, wenn er will und handelnd übergeht von einer Kausation (Prinzipiierung) zur anderen Kausation – und so wird die Zeit erzeugt!… Weiterlesen
Priesterweihe von Frauen 3. Teil
Ich muss (nolens volens) auf viele komparative Lektüre und textkritische und literarkritische Methoden verzichten mangels Zugang zu Bibliotheken. Eine systematische und transzendentale Lektüre scheint mir aber möglich.
1) Im Mittelpunkt des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe, trotz physischer und psychischer Verfolgung, trotz geistiger Angriffen seitens der Gnosis und anderer Irrlehren, trotz Angriffen des jüdischen Glaubens, trotz römischem Ständestaat und römisch-kaiserlicher Unterdrückung, trotz herrschendem Patriarchat, dürfte es eine stark erlebte Erlösungs- und Sinnidee dieser christliche Gemeinde in Kleinasien gegeben haben, eine durchaus neue apriorische Sinn-Erkenntnis, die zusammen mit ihrem Autor zur Notwendigkeit einer sakramentalen Ordnung mit einer damit verbundener Art von Sakramentenlehre und anfänglichen „Ämtern“ geführt hat – mit gefährlicher Ambivalenz zu einer metaphysischen Konstituierung. … Weiterlesen
Priesterweihe von Frauen – 2. Teil, der Begriff der Repräsentation
In kirchlichen Dokumenten der römisch-katholischen Kirche begegnen wir oft dem Begriff der „Repräsentation“ z. B. in der Sakramentenlehre, in der Versammlung des „Grundsakramentes“ der Kirche, in einzelnen, sakramentalen Handlungen. Irgendwie kein Wunder, denn mit den metaphysischen und transzendentalen Begriffen kennt sich die Tradition der Kirche aus.… Weiterlesen