Priesterweihe von Frauen – 5. Teil

1) Wie teilweise schon gesagt (Teil 2): Eine kirchliche Ordnung unterscheidet sich m. E. von einer  säkularen Gesellschaftsordnung dahingehend, dass a)  der Rückbezug auf eine apriorische und positive  Offenbarung explizit gemacht wird und b) die sakramentale Sinnordnung in einer von Gott selbst garantierten Einheit von Intention und Leistung erfüllt ist – während in einer bloß säkularen Ordnung juridische und sittliche Ordnung zwar gewollt, aber nicht garantiert werden können. Außerdem bietet eine sakramentale Sinnordnung zusätzliche Zeichen und Mitteln an,  wie  Gebet, Liturgie, Kunst, um die Heilsordnung und das Ziel  zu erreichen. Die eine staatliche Ordnung hat zwar auch ihre Riten und Zeremonien, aber sie wirken immer etwas künstlich und selbstgemacht.  (Die Roben der Richter, die militärischen Empfänge u. a. m.) 

Die performativen Sprechakte des Hl. Ignatius/des Autors/der Gemeinde in den „Sieben Briefen“ zielen nicht auf die Etablierung und Repräsentation a) einer  starken, machtpolitischen Einrichtung, ja zielen b) nicht einmal auf eine höchste, sittliche Ordnung und Disziplin an sich,  als ginge es um eine perfekte Idee eines vollkommenen Gesamtwillens des Volkes, um eine „societas perfecta“, wie durchaus die Kirche schon definiert wurde – siehe zu diesem Begriff LTHK – oder als mĂĽsste eine sektenartige, streng gefĂĽhrte Truppe entstehen.  Die Sprechakte sind zuerst Appelle an den Glauben und das Herz jedes einzelnen, dass c) jeder/jede  individuell den Zugang zur Gnade finde und d)  kollektiv sich diese  Gnade auch auswirke und sichtbar werde im gesellschaftlichen Leben.
Anders gesagt: Die kirchliche Hierarchie mit sakramentalen Weiheämter soll Mittel sein,  individuell das Heil  zu finden und eine sakramentale Gemeinschaft und eine sakramentale Durchdringung des Lebens zu erreichen,   – mit einem Klassiker der Soziologie ausgedrĂĽckt, eine  „gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ (Peter L. Berger u. Thomas Luckmann, 1974) – zu erreichen. 
Die Begründung und Legitimation kam aus der apriorischen und positiven Offenbarung,  die Strukturieren und gesellschaftlichen Konstruktionen waren systemtheoretisch bedingt. 

2) Gehen wir  nicht gleich vom Missbrauch der Macht und des Repräsentationsbegriffes aus, sei es in der Kirche oder im Staate: In vielen modernen Demokratien wird der Macht- und Herrschaftsanspruch mit dem Begriff der „Repräsentation“ gut begründet und nach bestem Wissen und Gewissen gelebt. (In den Diktaturen wird die repräsentative Form und der teleologische Zweck von Machtausübung ja gerade nicht beachtet.) 

a) Ein rein laizistischer Staat oder eine a-religiöse, a-theistische Herrschaft  werden immer wieder mit ihrer fehlenden Legitimation  kämpfen mĂĽssen, weil sie den allgemeinen Rechtswillen und die Freiheit des einzelnen nicht garantieren und schĂĽtzen können – ohne Transzendenzbezug. Sie werden ständig mit vielen innerweltlichen HerrschaftsansprĂĽchen kämpfen. 
b) Eine rein theokratische Herrschaft, die sich nicht auf die Vernunftform einer freien Realisierung der Menschenrechte und Bürgerrechte berufen will, d. h . auf die Vernunftform der Freiheit des einzelnen und seines Urrechtes, ferner auf keinen Mitvollzug und keine  Partizipiation aller Mitglieder rechnet, weiters von keiner positiven Offenbarung ausgeht, ist ebenfalls illegitim und arrogant, weil eine direkte Berufung auf Gott nicht möglich ist und der freie Mitvollzug und freie Meinungsäußerung  explizit unterdrückt werden.  Das ist  religiös verbrämter  Machtmissbrauch.

Der Begriff der „Repräsentation“ kann ein sinnvoller, wertvoller Begriff sein, wenn die transzendentale Differenz zwischen Begriff und Idee gesehen und beachtet wird, sei es im staatlichen Bereich, oder im ausdrücklichen Bereich einer Religion, die auf positive Offenbarung zurückgeht.  

Die transzendentale Differenz zum Geltungsgrund und zur Idee ermöglicht die geschichtliche Kette und Berufung und den Ausblick auf die Zukunft – hingegen bloße Repräsentationsbegrifflichkeit tötet die lebendige Kraft der Idee. Hier geschehen dann die Verkürzungen und Vereinfachungen und die zu Missbrauch neigenden Übertragungen.  
Die Exegeten kommen mir hier immer als Meister der historischen Kompilation hervor: Sie erheben  zuerst verschiedene „hermeneutische Erfahrungen“, durchaus sehr gelehrt, aber welche EntscheidungsgrĂĽnde einer unmittelbaren Verwirklichung der Idee folgen  – das ĂĽberlassen sie dann einer doktrinalen Lehre oder ihrem Arbeitgeber. Sie appellieren dann zwar im Namen der Moderne, oder im Namen der Gleichberechtigung, oder im Namen Roms usw., aber woher jetzt die Entscheidungskriterien nehmen? 
Das Zeugnis der geschichtlichen Ăśberlieferung, das martyrerhafte, authentische Zeugnis der apostolischen Ăśberlieferung und der apostolischen Väter, der ganze hermeneutische Kontext – alles wird  wörtlich zitiert und erhoben, aber wird das genetisch eingesehen, wie und warum und aus welchem kategorischen und teleologischen Zweck es zu diesen Ă„mtern Bischof-Priester-Diakon gekommen ist? Eine wörtliche Berufung auf die Historie geschieht, aber das damit entfällt gerade die BegrĂĽndung und der Geltungsgrund.  

© Franz Strasser, Juli 2025

Ich habe mir einige BegrĂĽndungen zur Ablehnung einer Priesterweihe fĂĽr Frauen angesehen: Es sind zweifellos schöne Meditationen und mystagogische HinfĂĽhrungen zum Priestertum – siehe dann unten „Anhang“, Juli 2025.  

Zuvor aber noch,  post scriptum heute am 4. 12. 2025 eingefĂĽgt, die BegrĂĽndung der Ablehnung eines sakramentalen Amtes – hier Frauendiakonat – wurde soeben veröffentlicht. Die Ablehnung wird  „historisch“ begrĂĽndet. Das ist die typische Unterwerfung der systematischen Standpunktes (Dogmatik) unter vermeintlich historische Tatsachen, die fĂĽr sich aber alles andere als eindeutig sind! Man gelangt  so nie zu Ergebnissen! Ich fĂĽge hier die deutsche Ăśbersetzung des heutigen Schreibens an, soweit das Schreiben veröffentlicht wurde. (Vielleicht gibt es längere AuskĂĽnfte?)
Die Hervorhebungen sind nur von mir gesetzt, die mir bedenklich scheinen: a) Die zugegeben historische Unsicherheit. Eh klar, bei so vielen systemtheoretischen Bedingungen frĂĽherer Zeiten. Da ist Ende nie. b) Dann die  Unterscheidung zwischen weiblichem und männlichem  Diakonat; da ist gerade wieder die Geschlechterdifferenzierung das MaĂź. c) Oder die Aussage, es gibt dafĂĽr keine „apostolische Sukzession“, wie wenn diese von selbst und historisch entstĂĽnde?  Die Theologen  und Bischöfe dahinter sind sicherlich alle historisch bestens gebildet – und deshalb getrauen sie sich nicht, ĂĽber die Historie auf einen transzendentalen Geltungsanspruch hinauszugehen. Hermeneutik versus kritische Erkenntnistheorie dieser Hermeneutik – das ist meine Frage. 

Sintesi della Commissione di Studio sul Diaconato Femminile, 04.12.2025 [B0950]

An Seine Heiligkeit Leo XIV. Lieber Heiliger Vater, ich wende mich an Sie, da Papst Franziskus, wie Ihnen bekannt ist, das Thema des Zugangs von Frauen zum Diakonat aufgegriffen hat. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen, unter Berücksichtigung der Arbeit der verschiedenen Kommissionen, die mit der Untersuchung dieses Themas beauftragt waren, eine kurze Zusammenfassung einiger wichtiger Aspekte geben, in der Hoffnung, dass diese Ihnen bei Ihrer Entscheidungsfindung hilfreich sein mögen. Gestützt auf historische Forschungen stellte die erste Kommission bereits fest: „Die Kirche hat den Titel Diakonin/Diakonin für Frauen zu verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten und in verschiedenen Formen anerkannt, ihm aber keine eindeutige Bedeutung beigemessen.“¹ Diese Aussage deckt sich mit einer weiteren These der Internationalen Theologischen Kommission: „Es scheint offenkundig, dass dieses Amt nicht als einfaches weibliches Äquivalent des männlichen Diakonats gedacht war.“² Die zweite Kommission, der ich vorsaß, gelangte in ihrer ersten Sitzung (2021) einstimmig zu folgendem Schluss (Nr. 3): „Angesichts des aktuellen Stands der historischen Forschung und unserer Kenntnisse der biblischen und patristischen Zeugnisse lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass das weibliche Diakonat, das sich in verschiedenen Teilen der Kirche uneinheitlich entwickelte, nicht als einfaches weibliches Äquivalent des männlichen Diakonats verstanden wurde und offenbar keinen sakramentalen Charakter hatte.“³ Wir wissen jedoch, dass eine rein historische Betrachtung keine endgültige Gewissheit zulässt. Letztlich muss die Frage auf dogmatischer Ebene entschieden werden (vgl. Benedikt XVI., Brief zum 50. Jahrestag der Gründung des Internationalen Theologischen Komitees). Daher bleiben die Fragen rund um die Diakonenweihe von Frauen weiterhin Gegenstand theologischer und pastoraler Studien, wobei der Grundsatz der „communio hierarchica“ gewahrt bleibt, der die endgültige Entscheidung in diesen Fragen dem Lehramt der Kirche zuweist – als maßgebliche Antwort auf die von Teilen des Gottesvolkes aufgeworfenen Fragen. Ich möchte darauf hinweisen, dass die folgenden Ausführungen angesichts der von der Kommission I erstellten Dokumentation zwangsläufig unvollständig und fragmentarisch sind.

1 Text erstellt von der ersten Kommission als Ganzes. 2 Internationale Theologische Kommission, Das Diakonat: Entwicklung und Perspektiven (2002), II, 4. 3 Dieselbe Kommission führt aus: „Obwohl einige Zeugnisse, isoliert betrachtet, den Eindruck erwecken, das weibliche Diakonat habe zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten sakramentale Merkmale gehabt, lässt sich bei einer Gesamtbetrachtung der Quellen nach dem hermeneutischen Kriterium der organischen Einheit der Tradition schlussfolgern, dass das weibliche Diakonat im Allgemeinen als ein eigenständiges Amt konzipiert war. Dieses Amt – anders als das Bischofsamt, das Priesteramt und das den Männern verliehene Diakonat – steht nicht in der apostolischen Sukzession. Zu seiner Zeit bezeugte dieses weibliche Diakonat die Fähigkeit der Kirche, auf bestimmte pastorale Herausforderungen in Gesellschaften mit einer strikten Geschlechtertrennung zu reagieren.“ Zweite Sitzung, 11.–16. Juli 2022, Nr. 3.

Sie können jedoch kognitive „Koordinaten“ darstellen, die dazu dienen, ein umfassendes Verständnis des von uns untersuchten Argumentationsfeldes zu fördern. Nach gemeinsamer methodischer Entscheidung wurden die Kommissionsmitglieder gebeten, am Ende ihres Dialogs ihre zusammenfassende Meinung zum thematischen Kern der Debatte in einer Abstimmung auszudrücken. Die folgende Abbildung zeigt schematisch das Ergebnis der Abstimmung über These Nr. 3 der zweiten Sitzung (siehe vorherige Seite).

ANHANG, Juli 2025 

Erklärungen von Kongregationen:

„Inter insigniores“ von Paul VI 1976. Sehr ausfĂĽhrlich, instruktiv, irgendwie herrlich zu lesen in ihrem FĂĽr und Wider! Was bleibt? Die historische BegrĂĽndung. 

Presbyterium ordinis von Papst Paul VI – 1965

Nachsynodales Schreiben  – Papst Joh. Paul II 1992 „Pastores dabo vobis“ Direktorium fĂĽr den Klerus 2013 Pastores Dabo Vobis (25. März 1992) _ Johannes Paul II_

oder Vita Consecrata von Joh. Paul II v. 25.3. 1996 vita-consecrata

Kongregation fĂĽr den Klerus: Der Priester, Lehrer des Wortes, Diener der Sakramente und Leiter der Gemeinde fĂĽr das dritte christliche Jahrtausend, 19. 3. 1999der-priester-lehrer-des-wortes-diener-der-sakramente-und-leiter-der-gemeinde-fr-das-dritte-christliche-jahrtausend-19

Kongregation fĂĽr den Klerus: Der Priester, Hirte und Leiter der Pfarrgemeinde, Instruktion, 4. 8. 2002 Kongregation fĂĽr den Klerus, Der Priester, Hirte und LEiter der Pfarrgemeinde_157

Direktorium fĂĽr den Klerus unter Papst Benedikt XVI, 2013 Direktorium fĂĽr den Klerus 2013

Anbei jetzt noch eine Zusammenstellung von Dr.in M. Schlosser zur Ablehnung der Priesterweihe von Frauen

1) Vor 25 Jahren, am 22. Mai 1994, veröffentlichte Johannes Paul II. das Apostolische Schreiben „Ordinatio sacerdotalis“. Darin erklärte der Papst, dass die Kirche keinerlei Vollmacht habe, Frauen die Priesterweihe zu spenden. Dieses Schreiben schloss sich an die 1976 unter dem Titel „Inter Insigniores“ erschienene Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre zur Frage der Zulassung der Frauen zum Priesteramt an.

2) 1995
(1)Antwort auf den Zweifel bezüglich der im Apostolischen Schreiben »Ordinatio sacerdotalis« vorgelegten Lehre, Kongregation für die Glaubenslehre, 28. Oktober 1995, http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19951028_dubium-ordinatio-sac_ge.html;

(…) Antwort auf den Zweifel
bezĂĽglich der im Apostolischen Schreiben
»Ordinatio sacerdotalis« vorgelegten Lehre

Zweifel: Ob die Lehre, die im Apostolischen Schreiben Ordinatio sacerdotalis als endgültig zu haltende vorgelegt worden ist, nach der die Kirche nicht die Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, als zum Glaubensgut gehörend zu betrachten ist.

Antwort: Ja.

Diese Lehre fordert eine endgültige Zustimmung, weil sie, auf dem geschriebenen Wort Gottes gegründet und in der Überlieferung der Kirche von Anfang an beständig bewahrt und angewandt, vom ordentlichen und universalen Lehramt unfehlbar vorgetragen worden ist (vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 25,2). Aus diesem Grund hat der Papst angesichts der gegenwärtigen Lage in Ausübung seines eigentlichen Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), die gleiche Lehre mit einer förmlichen Erklärung vorgelegt in ausdrücklicher Darlegung dessen, was immer, überall und von allen Gläubigen festzuhalten ist, insofern es zum Glaubensgut gehört.

Papst Johannes Paul II. hat in der dem unterzeichneten Kardinalpräfekten gewährten Audienz die vorliegende Antwort, die in der ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, gebilligt und zu veröffentlichen angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation fĂĽr die Glaubenslehre, den 28. Oktober 1995, am Fest der Hll. Apostel Simon und Judas.

3) 1995 – Erläuterungen

http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19951028_commento-dubium-ordinatio-sac_ge.html

„(….)“ Was die Grundlage in der Heiligen Schrift und in der Tradition anbelangt, weist Johannes Paul II. darauf hin, daß Jesus nach dem Zeugnis des Neuen Testamentes nur Männer, und nicht Frauen, zum Weiheamt berief, und daß die Apostel “das gleiche taten, als sie Mitarbeiter wählten, die ihnen in ihrem Amt nachfolgen sollten” (Apost. Schreiben «Ordinatio sacerdotalis», Nr. 2; vgl. 1 Tim 3,lff., 2 Tim 1,6; Tit 1,5). Es gibt gültige Argumente dafür, daß die Vorgehensweise Christi nicht durch kulturelle Gründe bedingt war (vgl. Nr. 2), so wie auch hinreichende Gründe dafür vorhanden sind, daß die Tradition die vom Herrn getroffene Wahl als für die Kirche aller Zeiten bindend ausgelegt hat.

Hier stehen wir aber bereits vor der wesentlichen gegenseitigen Abhängigkeit von Heiliger Schrift und Tradition, einer Wechselbeziehung, die diese beiden Arten der Weitergabe des Evangeliums zu einer untrennbaren Einheit verbindet – zusammen mit dem Lehramt, das wesentlicher Bestandteil der Tradition und authentische Interpretationsinstanz des geschriebenen und ĂĽberlieferten Wortes Gottes ist (vgl. Konst. «Dei Verbum», Nr. 9 und 10). Im spezifischen Fall der Priesterweihen haben die Nachfolger der Apostel stets die Norm befolgt, die Priesterweihe nur Männern zu spenden; und mit dem Beistand des Heiligen Geistes lehrt uns das Lehramt, daĂź dies nicht aus Zufall, nicht aus gewohnheitsmäßiger Wiederholung, nicht aus Abhängigkeit von den sozialen Bedingtheiten, und noch weniger aus einer angeblichen Unterlegenheit der Frau kommt, sondern weil “die Kirche stets als feststehende Norm die Vorgehensweise ihres Herrn bei der Erwählung der zwölf Männer anerkannt hat, die er als Grundsteine seiner Kirche gelegt hatte” (Apost. Schreiben «Ordinatio sacerdotalis», Nr. 2).

(…..) „Um zu verstehen, daĂź es sich hier nicht um eine Ungerechtigkeit oder Diskriminierung den Frauen gegenĂĽber handelt, muĂź man zudem auch die Natur des priesterlichen Amtes betrachten, das ein Dienst ist und nicht eine Position menschlicher Macht oder eines Vorranges ĂĽber andere. Wer, ob Mann oder Frau, das Priestertum als persönliche Bestätigung, als Ziel oder gar als Ausgangspunkt einer menschlichen Erfolgskarriere versteht, unterliegt einem grundlegenden Irrtum, denn die wahre Bedeutung des christlichen Priestertums – sowohl des gemeinsamen Priestertums der Gläubigen als auch in ganz besonderer Weise des Amtspriestertums – kann man nur in der Hingabe der eigenen Existenz in Vereinigung mit Christus zum Dienst am Nächsten finden. Das priesterliche Amt kann nicht das allgemeine Ideal und noch weniger das Ziel des christlichen Lebens sein. In diesem Sinn ist es nicht ĂĽberflĂĽssig, noch einmal zu wiederholen, daĂź “das einzige höhere Charisma, das sehnlichst erstrebt werden darf und soll, die Liebe ist (vgl. 1 Kor 12-13)” (Erklärung «Inter insigniores», VI).

4) 2018

Zu einigen Zweifeln über den definitiven Charakter der Lehre von Ordinatio sacerdotalis, 29. Mai 2018, Luis F. Ladaria, S.I., Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/ladaria-ferrer/documents/rc_con_cfaith_doc_20180529_caratteredefinitivo-ordinatiosacerdotalis_ge.html

„Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt“ (Joh 15,4). Nur dank ihrer Verwurzelung in Jesus Christus, ihrem Gründer, kann die Kirche der ganzen Welt Leben und Heil bringen. Diese Verwurzelung erfolgt in erster Linie durch die Sakramente, deren Mitte die Eucharistie ist. Von Christus eingesetzt, sind die Sakramente Grundsäulen der Kirche, die sie fortwährend als seinen Leib und seine Braut auferbauen. Zutiefst mit der Eucharistie verbunden ist das Weihesakrament, durch das sich Christus der Kirche als Quelle ihres Lebens und Handelns gegenwärtig macht. Die Priester werden „Christus gleichförmig“ gemacht, „so dass sie in der Person des Hauptes Christus handeln können“ (Presbyterorum ordinis, Nr. 2).

Christus wollte dieses Sakrament den zwölf Aposteln verleihen, die alle Männer waren, und diese haben es ihrerseits anderen Männern übertragen. Die Kirche wusste sich immer an diese Entscheidung des Herrn gebunden, die es ausschließt, das Priestertum des Dienstes gültig Frauen zu übertragen. Johannes Paul II. lehrte in dem Apostolischen Schreiben Ordinatio sacerdotalis vom 22. Mai 1994: „Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben“ (Nr. 4). Die Kongregation für die Glaubenslehre bekräftigte in Antwort auf eine Frage zur Lehre von Ordinatio sacerdotalis, dass es sich hier um eine Wahrheit handelt, die zum Glaubensgut (depositum fidei) der Kirche gehört.

5) 2019

(….) Siehe dazu https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Warum-die-Kirche-Frauen-nicht-zu-Priestern-weihen-kann;art312,198321

Marianne Schlosser, Unmöglichkeit des Weihamtes für Frauen – siehe Artikel in: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/Marianne-Schlosser-erklaert-Unmoeglichkeit-der-Frauenweihe;art4874,201577

 

 

Autor: Franz Strasser

Dr. Franz Strasser